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25.04.2003

    Unitechnik will richtig viel auf Sand bauen
    von Ingo Lang

    Auf der Suche nach neuen Märkten startet die Bomiger Unitechnik mit zwei Partner-Firmen eine Beton-Offensive in Dubai.

    Wiehl - Daheim in Europa und erst recht in Deutschland boomt die Bauindustrie nicht gerade. Also sah sich das Bomiger Unternehmen, das Werks- und Prozesssteuerungen in Software und elektrotechnisch umsetzt, nach neuen Betätigungsfeldern um. Mit dem süddeutschen Planungsbüro Prilhofer und dem belgischen Fertigbetonteile-Hersteller Kerkstoel präsentierte sich Unitechnik im vergangenen Herbst auf der Baumesse in Dubai und hatte „150 Kundenkontakte in fünf Tagen“, freute sich Prokurist Wolfgang Cieplik. Darunter arabische Geschäftsleute, die gern Fabriken für Fertigbetonteile bauen würden.

    Allerdings möchten sie das - offensichtlich wegen früherer schlechter Erfahrungen mit ausländischen Geschäftspartnern, die zwar komplette Werke in den Wüstensand setzten, nach Übergabe und Kassieren jedoch die Kunden mit ihren Problemen oft allein ließen - nur mit europäischen Joint-Venture-Partnern tun. Ein Abenteuer mit mehr Chancen als Risiken, meint Cieplik. Denn gebaut wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten jede Menge, und die Kosten und Zeit sparende Bauweise mit Fertigbetonteilen ist dort weitgehend unbekannt.

    Die Gebäude dort werden in herkömmlicher Skelettbauweise errichtet: erst das Gerüst aus tragenden Säulen und stabilisierenden Querstreben, dann dazwischen mauern oder verglasen. Die Kunden, das stellte der oberbergische Unternehmer bei der Baumesse fest, kommen nicht nur aus der arabischen Welt, sondern auch aus Indien, Pakistan, Australien und Neuseeland.

    Ihnen wollen die genannten drei Partner am 3. Mai bei einem Symposium in Dubai ihr „New Building System“ vorstellen, die Möglichkeit, mit Fertigbetonteilen in Rekordzeit absolut solide Gebäude errichten zu können. Das Spektrum reicht da vom ansehnlichen Einfamilienhaus bis hin zu Hochhäusern mit zig Wohnungen und Industriegebäuden. Als erster und bisher einziger Joint-Venture-Partner für potenzielle Fertigbetonteile-Hersteller und Baubetriebe bietet sich - natürlich - die belgische Firma Kerkstoel an. Weitere Investoren sind erwünscht. Im Oberbergischen gibt es keine Hersteller dieser Fertigwände und -decken, die nächstgelegenen sitzen in Siegen (Quast) und Remscheid (Runkel).
    Cieplik sieht in dem mittelöstlichen Engagement „Zukunftsperspektiven für die Fertigbetonteile-Sparte“. Und damit auch für seine Firma Unitechnik. Denn das Unternehmen „liefert die Intelligenz für solche Werke“, formuliert es der Prokurist. Es qualifizierte sich unter anderem mit internationalen Großprojekten wie der Gepäckabfertigung am Athener Flughafen, mit der Steuerung des Frachtterminals am Großflugplatz Taipeh, mit der größten skandinavischen Fertigbetonteile-Fabrik, die in Schweden entsteht. In Trier erstellt Unitechnik derzeit als Generalunternehmer ein Warenverteilzentrum für einen Büroartikel-Anbieter. Der Bomiger Betrieb liefert die komplette Lagerverwaltungssoftware und die Elektrotechnik, sowie Teile der Mechanik, um den Laden optimal in Schwung zu bekommen. Ein nationales Logistikprojekt mit Vorzeigewert. Vielleicht kommen demnächst internationale aus der Wüste dazu.


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